Forschungsgebiete im CRTD

CRTD-Gruppenleiter und -Mitglieder konzentrieren sich auf die folgenden vier Forschungsschwerpunkte:

Hämatologie/Immunologie

mit dem Ziel, zellbasierte Therapien für die Regeneration des blutbildenden und lymphatischen Systems zu optimieren sowie die Regeneration verschiedener Gewebe durch hämatopoetische und mesenchymale Stammzellen zu entwickeln.

Am CRTD konzentrieren sich die Forschung und die klinische Anwendung auf humane hämatopoetische Stammzellen (HSCs). Am Dresdner Universitätsklinikum Carl Gustav Carus werden in einem der größten europäischen Zentren für Knochenmarktransplantationen hämatopoetische Stammzellen transplantiert, um das blutbildende System bei Patienten nach Krebstherapien zu regenerieren (Prof. Ehninger, Prof. Bornhäuser). Darüber hinaus werden aus dem Knochenmark isolierte mesenchymale Stammzellen (MSCs) mittels Infusion verabreicht, damit allogene Immuneffekte nachgebildet und auf der Oberfläche speziell gefertigter Biomaterialien angesiedelt werden können, um neuartige Transplantate für den Knochenersatz zu optimieren und neu zu entwickeln (Prof. Bornhäuser in Kooperation mit Prof. Werner, Prof. Lauer, Prof. Günther und Prof. Zwipp). Verschiedene Gruppen arbeiten an der Identifizierung von MSC-Subpopulationen, an der Visualisierung von MSC- Signalübertragungen (Dr. Anastassiadis, Dr. Bökel) sowie an dendritischen Zellen, T-Lymphozyten oder B-Zellen (Prof. Jessberger, Dr. Kretschmer, Dr. Waskow, Dr. Bachmann). Die vorklinische Forschung konzentriert sich auf Stammzellnischen,  die Manipulationen für das optimierte Vermehren oder Verwerten von Treg-Zellen bei der Unterdrückung von immunologischen Abstoßungsreaktionen ermöglichen  (Dr. Waskow, Dr. Kretschmer).

Diabetes

mit dem Ziel der Behandlung von Diabetes mittels Transplantation oder Regeneration Langerhansscher Inseln der Bauchspeicheldrüse.

Dresden beherbergt eines der führenden Diabeteszentren in Deutschland, an dem sowohl Operationen an der Bauchspeicheldrüse (Prof. Saeger) als auch die Grundlagenforschung an Insulin produzierenden Beta-Zellen etabliert sind. Einige Forschungsgruppen am CRTD analysieren Signaltransduktionswege, die die Proliferation der Beta-Zellen oder die Insulinsekretion regulieren, um Zielproteine für die pharmakologische Intervention zu identifizieren (Prof. Solimena). Des Weiteren untersuchen Wissenschaftler unterschiedliche Stoffwechselerkrankungen wie Diabetis mellitus Typ 2 (Prof. Bornstein) und analysieren die Autoimmunreaktionen, die zu Diabetes mellitus Typ 1 führen (Prof. Bonifacio). Ein Ziel des CRTD ist die Verbesserung von Immuntherapien, Diabetes mellitus Typ 1 zu verhindern (Prof. Bonifacio). Zudem verbessern mehrere CRTD-Gruppen Methoden zur Isolierung und Transplantation von Beta-Zellen, um neuartige Strategien für die Heilung von Diabetes zu entwickeln (Prof. Bonifacio und Prof. Solimena).

Neurodegenerative Erkrankungen

mit dem Ziel der Behandlung Retinadegeneration und neurodegenerativer Erkrankungen wie Morbus Parkinson.

Neurodegenerative Erkrankungen wie die Parkinson’sche Krankheit, Rückenmarksverletzungen, Amyotrophe Lateralsklerose und Retinadegeneration vermindern bei Patienten stark die Lebensqualität. Um neue Therapienansätze für ebendiese Erkrankungen zu entwickeln, evaluieren Wissenschaftler am CRTD die Vorteile einer Transplantation von Biomaterialien zusammen mit Stammzellen (Prof. Reichmann, Prof. Storch gemeinsam mit Prof. Werner). Im Gegensatz zum Menschen können einige Wirbeltiere wie Zebrafische und Amphibien Nervenzellen relativ leicht regenerieren. Einige Arbeitsgruppen versuchen diese Unterschiedlichkeit zu verstehen, um neue Konzepte zur Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen zu etablieren (Prof. Tanaka, Prof. Brand und Dr. Echeverri). Darüber hinaus wollen Wissenschaftler am CRTD verstehen, wie Umweltfaktoren und genetische Faktoren das Wachstum und die Differenzierung neuronaler Stammzellen beeinflussen können (Prof. Kempermann, Prof. Huttner und Dr. Calegari). Das CRTD konzentriert sich ebenfalls auf zellbasierte Therapien bei der Retinadegeneration (Dr. Ader gemeinsam mit Prof. Funk und Prof. Engelmann).

Ersatz für Hartgewebe

mit dem Ziel der Entwicklung neuer therapeutischer Strategien für Knochen- und Knorpelersatz.

Erkrankungen des Knochengewebes werden in unserer alternden Gesellschaft zu einem bedeutenden Gesundheitsproblem. Neue therapeutische Ansätze müssen für die Knochendegeneration wie Osteoporose genauso erarbeitet werden wie für lokale Knochenschäden nach Verletzungen. Wissenschaftler am CRTD entwickeln und testen neue Biomaterialien als Knochenersatz (Dr. Pautot, Dr. Gelinsky und Prof. Worch). Zusätzlich werden diese Biomaterialien mit verschiedenen Zellen wie mesenchymalen humanen oder Maus-Stammzellen, Osteoblasten oder Knochenvorläuferzellen besiedelt, um eine vitale Knochenmasse zu generieren (Prof. Lauer, Prof. Günther, Prof. Zwipp, Prof. Bornhäuser und Prof. Rösen-Wolff). Diese Biomaterialien werden danach im klinischen Einsatz evaluiert. Weitere Arbeitsgruppen am CRTD konzentrieren sich darauf, biologische Prozesse der Knochenbildung zu verstehen, um beispielsweise neue Therapien für Osteoporose zu entwickeln (Prof. Hofbauer, Prof. Hoflack).  Außerdem verwenden Wissenschaftler des CRTD Zebrafische als Tiermodell, neue Faktoren zu finden, die die Regeneration von Hartgewebe steuern (Dr. Antos, Dr. Weidinger).

Die CRTD-Interessengruppe forscht in dem Bereich:

Herz-Kreislauferkrankungen

mit dem Ziel der Entwicklung von Strategien für die Regeneration des Herzens und des Gefäßsystems.

In der nahen Zukunft werden Herzmuskelerkrankungen mit neuartigen Strategien der Geweberegeneration und des -erhalts behandelt werden. Wissenschaftler und Mediziner des CRTD können diese neuen therapeutischen Verfahren in einem der größten akademischen Herzzentren Deutschlands anwenden (Prof. Strasser). Um die Grundlage für zukünftige regenerative Therapien am Herzen zu schaffen, analysieren CRTD Wissenschaftler neuartige endogene herzeigene Stammzellen (Prof. Ravens) und untersuchen am Tiermodell Zebrafisch neuartige Faktoren, die die Herzregeneration steuern (Dr. Antos, Dr. Weidinger). Des Weiteren erforschen einige Gruppen am Herzzentrum neue Strategien des Gewebeerhaltes, indem sie Signaltransduktionswege für Zellwachstum und Zelltod im Herzmuskel analysieren. Ein weiteres wichtiges Ziel des CRTD ist es, die Gefäßneubildung genau zu verstehen und zu kontrollieren. Weitere Gruppen erforschen die molekularen Mechanismen der Angiogenese/Vaskulogenese, um das erworbene Wissenüber die Regulation der Gefäßneubildung bei Transplantaten anzuwenden, sowie neue Möglichkeiten, für die Transplantation benötigte Blutgefäße aufbewahren zu können (Prof. Morawietz, Prof. Breier, Prof. Deussen).

Innerhalb dieser vier Forschungsschwerpunkte und der einen Interessengruppe wird interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Medizin, biologischer Grundlagenforschung, Nanotechnologie und Materialwissenschaften durch verschiedene Technologieplattformen gefördert, die den Zugriff auf modernste Hightechgeräte für Imaging-Methoden, Techniken zur Zellmanipulation,  Biomaterialien, klinische Zell- und Gewebetechnologien, Bioinformatik, Gentechnik und Hochdurchlauf-Screening ermöglichen.

Last modified: 07/02/2012