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14.09.2019 News, für die Öffentlichkeit

Happy Birthday, Alexander von Humboldt!

Was wäre, wenn Humboldt heute – 2019 – als Forscher tätig wäre? Er war zweifelsohne ein Marketing-Genie. Ein Netzwerker, der nie aufhörte, Briefe zu schreiben. Er liebte prägnante Sätze und Pointen. Er hielt unzählige Vorträge vor breitem Publikum. Er setzte sich gegen Sklaverei, Kolonialismus und Umweltzerstörung ein.

Heute würde er wahrscheinlich twittern - gegen Skeptiker des Klimawandels und Fake News. Er würde in Talkshows auftreten und einen eigenen YouTube-Kanal haben. Auf welches Fachgebiet würde sich dieser Universalgelehrte heute konzentrieren, wohin würde ihn seine Abenteuerlust führen? Vielleicht würde er den schmelzenden Permafrost in Sibirien untersuchen… Würde er an internationalen Konferenzen überall auf der Welt teilnehmen oder Flüge ablehen? Oder wäre er gar auf dem ersten bemannten Flug zum Mars dabei? Am Ende seines Lebens hatte Humboldt das Vermögen seiner Familie für Reisen und Publikationen ausgegeben. Woher sollte er das Geld nehmen, um seine Träume heute zu verwirklichen? Würde er heute in Berlin Lehrstuhlinhaber oder hätte er Deutschland den Rücken gekehrt, wie er es damals tat?

In Alexander von Humboldt sehen wir heute den Entdecker, der seiner Zeit in vielerlei Hinsicht voraus war - als internationaler Netzwerker, als Pionier der Klimaforschung, als Kommunikator wissenschaftlicher Erkenntnisse und vieles mehr. Wie modern und relevant ist Alexander von Humboldt heute, 250 Jahre nach seiner Geburt? Persönliche Antworten auf die Frage finden Sie hier: https://humboldt-heute.de/en/statements

Als Inhaber der derzeit einzigen Dresdner Humboldt-Professur äußerte sich auch Prof. Michael Sieweke vom CRTD zum Thema "Humboldt bedeutet für mich heute....": https://www.youtube.com/watch?v=Q4OeS5eY_x8

„Alexander von Humboldt hat die Liebe zur Natur mit einem unbändigen Wissensdurst verbunden, egal ob er sich nach einem kleinen Moos gebückt oder den höchsten Berg bestiegen hat. Der Drang, etwas verstehen zu wollen, das Glück, einen Zusammenhang zu erkennen, wie es Alexander von Humboldt häufig beschrieben hat, ist auch heute noch für einen Wissenschaftler erfahrbar“, sagt Prof. Michael Sieweke. „Am CRTD in Dresden sind wir einem der großen Wunder der Biologie auf der Spur, der Regeneration. Dabei betrachten wir das Wechselspiel von Zellen und sind ganz bei Humboldt, der immer die Zusammenhänge in der Natur thematisiert hat. Alexander von Humboldt ist für mich auch ein ganz persönliches Vorbild. Er war ein echter Weltbürger und in Frankreich gleichermaßen wie in Deutschland zu Haus, er hat viele Werke auf Französisch veröffentlicht, viele Jahre seines Lebens in Frankreich gelebt und ein enges Netzwerk mit französischen Kollegen gepflegt. Selbst in Zeiten politischer Spannungen oder gar des Krieges gelang es ihm, diese wissenschaftliche Zusammenarbeit aufrecht zu erhalten. Das ist Ansporn heute, die Kooperation mit Frankreich unter weitaus günstigeren Rahmenbedingungen voranzutreiben.“

Werfen Sie einen Blick auf die Forschungsschwerpunkte der Sieweke-Gruppe am CRTD und lesen Sie einen interessanten Online-Artikel über unseren einzigen Dresdner Humboldt-Professor:

http://www.crt-dresden.de/research/research-groups/core-groups/crtd-core-groups/sieweke-stem-cell-and-macrophage-biology/

https://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Michael-Sieweke-erforscht-in-Dresden-die-Reparaturkraefte-von-Makrophagen

https://oiger.de/2019/09/03/die-heilsamen-zerstoerer/172600