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Glossar

Adulte Stammzellen
Siehe „Gewebestammzellen“.

Allogen
Beschreibt die Beziehung eines Gewebes (oder einer Zelle) von Spender und Empfänger als zwei genetisch unterschiedliche Individuen derselben Spezies. Die meisten Gewebespenden sind allogen, außer wenn Spender und Empfänger eineiige Zwillinge sind (siehe syngen).

Apoptose
Beschreibt den Prozess des Zellsterbens, der von einem biologischen Zelltod-Signalweg kontrolliert wird. Apoptose wird auch im Allgemeinen als „programmierter Zelltod“ bezeichnet.

Autolog
Beschreibt Gewebe (oder Zellen) die ursprünglich aus dem Körper des Patienten entnommen wurden und zur Behandlung von Krankheiten genutzt werden können. Um die entnommenen Zellen für autologe Zell-Therapien verwenden zu können, müssen die Zellen zuvor angezüchtet (ex vivo) werden, damit sich die Zellzahl erhöht.

Blastozyste
Ist ein im Frühstadium befindlicher Embryo, welcher etwa 5 Tage nach der Befruchtung einer Eizelle geformt wird und aus etwa 150 Zellen besteht.

Blutbildung
Bildung von verschiedenen Zellen die das Blut ausmachen.

Chemotherapie
Eine Form der medizinischen Behandlung, die den Gebrauch von chemischen Komponenten beinhaltet. Obwohl Chemotherapie vielfältig einsetzbar ist, wird sie am häufigsten mit der Behandlung von Krebs assoziiert.

Differenzierung
Ist der Prozess bei dem eine unreife Zelle spezialisierte Funktionen erwirbt. Ausdifferenzierte Zellen (oder vollständig differenzierte Zellen) können ihre spezialisierten Funktionen nicht weiter verändern.

DNA
Moleküle, die die genetische Information des Lebens beinhalten und sind in allen lebenden Zellen zu finden. Information der DNA wird innerhalb ihrer chemischen Struktur kodiert. Formal wird DNA als Desribonukleinsäure bezeichnet.

Embryo
Bezeichnet das Entwicklungsstadium während der ersten 8 Schwangerschaftswochen – von der ersten Zellteilung der befruchteten Eizelle bis zum Fötus.

Embryonale Stammzellen
Pluripotente Zellen aus der inneren Zellmasse der Blastozyste.

Entdifferenzierung
Verlust von den spezialisierten Eigenschaften einer Zelle.

Entwicklung
Biologischer Prozess der Zellteilung, Wachstum und Differenzierung einer Zelle in komplexe Gewebe, Organe und letztlich einen ganzen Organismus. Es ist der Entwicklungsprozess, der es einer befruchteten Eizelle ermöglicht in eine adulte Zelle zu wachsen und reifen.

Epiblast-Stammzellen
Ein Stammzell-Typ, der aus dem frühen Postimplantations-Embryo gewonnen wird. Diese Zellen teilen einige Eigenschaften mit embryonalen Stammzellen, wie zum Beispiel die Fähigkeit alle differenzierten Zelltypen des Körpers bilden zu können. Stammzellen des Epiblasts ähneln den pluripotenten embryonalen Stammzellen die gerade ihren Differenzierungsweg wählen.

Epidermale Stammzellen
Gewebestammzellen aus der Haut (Epidermis), die die verschieden Zellen der Haut bilden.

Ex vivo
Das Wachstum von Zellen oder Geweben im Labor, die zuvor aus einer Person oder Organismus entnommen wurden. Die Wachstumsbedingungen sind so angepasst, um Zellalterationen zu minimieren.

Experimentelle Kontrolle
Ein Standard oder eine Referenzmessung, die verwendet wird um das Ergebnis eines Experiments zu bewerten. Die häufigste Form der experimentellen Kontrolle ist die „Negativkontrolle“, bei der die zu testende Komponente wegelassen wird und das erwartete Ergebnis „keinerlei Veränderung“ ist.

Fötus
Das Entwicklungsstadium nach dem Embryonalstadium bis zur Geburt. Der Fötus hat bereits die wichtigsten Gewebe und Organe gebildet und gleicht einem Neugeborenen.

Gene
DNA-Segmente, die mit den erblichen Merkmalen assoziiert und von Eltern auf Nachkommen weitergegeben werden. Sie kodieren die Information für RNA und Proteine, die es Zellen ermöglichen bestimmte Funktionen auszuführen.

Genetisch
Alles in Bezug auf wie es Gene/DNA schaffen, das Erbeigenschaften und Informationen von einer Generation zur anderen weitergegeben werden.

Genetisch veränderter Organismus (GVO)
Jeder lebender Organismus mit künstlich verändertem Erbgut.

Genexpression
Genexpression ist die aktive Produktion eines Genprodukts in einer Zelle. Das Produkt kann entweder ein RNA-Molekül oder ein durch das Gen kodierte Protein sein. Die Produktion eines Genproduktes wird von anderen Proteinen, oft Transkriptionsfaktoren, reguliert.

Genom
Ein Genom bezeichnet die Gesamtheit des genetischen Materials in einem Organismus. Es wird entweder in DNA oder, wie in vielen Virusarten, in RNA kodiert.

Genotyp
Die spezifische DNA-Sequenz (genetischer Hintergrund) eines lebenden Organismus. Der Begriff “Genotyp” beschreibt den gesamten genetischen Hintergrund eines Organismus, aber Forscher benutzten den Begriff häufig, um auf eine spezifisch vererbte Mutation in einem Gen hinzuweisen.

Gentherapie
Manipulation von genetischen Komponenten einer Zelle für die Zwecke der medizinischen Behandlung. Ziel einer Gentherapie ist die Heilung von Krankheiten, die auf natürlichen Mutationen beruhen.

Gewebe
Eine Gruppe von Zellen mit gleichen Funktionen.

Gewebestammzellen
Gewebestammzellen haben das Potenzial sich selbst zu erneuern und zumindest einen anderen spezialisierten (differenzierten) Zelltyp zu bilden. Sie sind entweder unipotent (z.B. spermatogionale Stammzellen) oder multipotent. Unipotent Zellen können nur
einen spezialisierten Zelltyp generieren, multipotente Zellen dagegen mehrere verschiedene. Unter normalen Umständen bilden Gewebestammzellen nur die Zelltypen des Organs/Gewebesystems in dem sie sich befinden.
Sie werden auch als adulte oder somatische Stammzellen bezeichnet.

Hämatopoetische Stammzellen
Gewebestammzellen, die für Bildung von Zellen des Blutes und Immunsystems verantwortlich sind.

Hepatozyt
Ein spezieller Zelltyp der Leber. Diese Zellen sind in erster Linie für die Bildung von Gallenflüssigkeit, der Regulation des Blutzuckerspiegels, der Entgiftung von metabolischen Abfällen und für die Herstellung von Proteinen des Blutplasmas verantwortlich.

Hornhaut
Die klare äußere Oberfläche des Auges, die Pupille, Iris, Linse und andere innere Teile des Auges vor der äußeren Umwelt schützt. Sie wird aus limbalen Stammzellen gebildet.

Immunologische Abstoßreaktion
Das Scheitern des Körpers transplantiertes Gewebe anzunehmen und zu integrieren. Dies geschieht häufig aufgrund einer nachteiligen Reaktion des Immunsystems.

Immunsystem
Biologische Prozesse, Organe, Gewebe und Zellen, die den Körper resistent gegen Infektionen machen. Das Immunsystem zerstört vorrangig alle Komponenten die als körperfremd angesehen werden.

Individualisierte Medizin
Maßgeschneiderte medizinische Behandlungen, um Komplikationen zu verhindern und um den immunologischen Bedürfnissen eines Patienten entgegen zu kommen.

Induzierte pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen)
iPS-Zellen sind Stammzellen, die von ausdifferenzierten Gewebezellen gebildet werden. Die ausdifferenzierten Gewebezellen werden künstlich dazu angeregt sich in pluripotente Stammzellen umzuwandeln. iPS-Zellen ähneln in vielerlei Hinsicht embryonalen Stammzellen.

Innere Zellmasse

Ein Cluster von pluripotenten Zellen in der Blastozyste und von wo embryonale Stammzellen gewonnen werden können.

In vitro
Ein biologischer Prozess (oder Experiment), der unter kontrollierten Laborbedingungen und außerhalb eines lebenden Organismus stattfindet.

In vivo
Ein biologischer Prozess (oder Experiment), der innerhalb eines lebenden Organismus stattfindet.

Klinische Studien
Eine Reihe von streng geregelten Studien, die zum einen die Sicherheit aber auch die Wirksamkeit von neuen Therapien testen. Alle neuen medizinischen Behandlungen müssen diese klinischen Tests bestehen, ehe ihnen die staatliche Zulassung für einen breiten Einsatz gegeben wird.

Klinische Übersetzung
Prozess der Umwandlung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Entdeckungen in klinische Behandlungsmethoden. Dies beinhaltet wissenschaftliche Forschung, präklinische Studien und Produktentwicklung.

Krankheitserreger (Pathogen)
Jeder krankheitsverursachende Faktor oder Mikroorganismus.

Kryogene Konservierung
Bezeichnung für ein Verfahren zur Konservierung von Geweben und Zellen für den späteren Gebrauch. Kühlung und Lagerung erfolgt bei sehr kalten Temperaturen, oftmals in flüssigem Nitrogen (bei -135°C oder kälter). Auch bekannt als „Kryokonservierung“.

Kulturmedium
Ein Medium, das Nährstoffe und andere Faktoren enthält und genutzt wird um Zellwachstum und Zellerhaltung im Labor zu erleichtern.

Limbale Stammzellen
Gewebestammzellen, die für die Bildung der Hornhaut des Auges verantwortlich sind.

Medizinische Übersetzung
Siehe “Klinische Übersetzung".

Mesenchymale Stammzellen
Multipotente Stammzellen aus dem Knochenmark oder Fett, die die Fähigkeit besitzen sich in viele (aber nicht alle) Zelltypen zu differenzieren, die Knochen, Sehnen, Fett, Knorpel und andere Gewebe bilden.

Multipotente Zellen
Stammzellen, mit der Fähigkeit eine Untergruppe von spezialisierten Zelltypen zu bilden, die (typischerweise) innerhalb des gleichen Organs zu finden sind.

Nabelschnurblut-Stammzellen
Isolierte Stammzellen aus dem Blut der Nabelschnur.

Neuron
Eine spezialisierte Zelle, die schnell elektrische Signale senden kann. Neuronen gibt es im Gehirn, Knochenmark und im restlichem Körper. Sie ermöglichen den sensorischen Empfang, Gedankengänge, das Bewusstsein, Bewegung und andere Funktionen.

Organ
Eine organisierte Gruppe von spezialisierten Geweben, die eine ausgeprägte Struktur im Körper bilden und zusammenarbeiten, um notwendige Funktionen im Organismus auszuführen zu können. Beispiele sind die Lunge, das Herz, die Leber, etc..

Peripheres Nervensystem (PNS)
Alle Neuronen die außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks zu finden sind.

Phänotyp
Die sichtbaren physischen Eigenschaften einer Zelle, eines Gewebes oder Organismus. Diese Eigenschaften sind die Verkörperung oder Ausdruck der Information die vom Genotyp kodiert wird.

Pluripotente Zellen
Stammzellen mit der Fähigkeit alle spezialisierten Zelltypen eines Organismus zu generieren. Sie können die Zellen eines Embryos bilden, ihnen fehlt aber die Fähigkeit die unterstützenden (extraembryonalen) Zellen und Gewebe zu bilden, die  für die Entwicklung eines ganzen Organismus gebraucht werden.

Primäre Zellkultur
Eine in vitro Zellkultur, die direkt aus in vivo Gewebe gebildet worden ist.

Progenitorzelle (Vorläuferzelle)
Bei der Differenzierung von einer Stammzelle zu einer ausdifferenzierten spezialisierten Zelle können mehrere unterschiedliche Zelltypen entstehen. Progenitorzellen sind diese „Zwischenzellen“, die spezialisierter als Stammzellen sind, aber dem endgültig spezialisiertem Zellstadium vorrausgehen.

Projektleiter (PI)
Der Forscher, Kliniker oder Wissenschaftler, der die Hauptverantwortung für eine Forschungsarbeit im Labor übernimmt.

Proliferation
Vermehrung von Zellen durch wiederholte Zellteilung.

Regenerative Medizin
Medizinische Behandlung, die die vollständige Funktion von Geweben und Organen wiederherstellt, die durch Alterung, Verletzung oder Krankheit geschädigt worden sind. Diese Behandlungen reichen von stimulierenden Medikamenten für Gewebegeneration bis hin zu Verfahren des Zell- und Gewebeaustauschs.

Reprogrammierung

Siehe „Zell-Reprogrammierung“.

Selbsterneuerung
Die Fähigkeit einer Zelle, wiederholt Zellteilung durchzuführen und „Mutterzell-identische“ Tochterzellen zu bilden. Dies ist eine der charakteristischen Eigenschaften von Stammzellen.

Somatische Stammzellen
Siehe „Gewebestammzellen“.

Somatische Zellen
Siehe „Spezialisierte Zellen“.

Spezialisierte Zellen
Vollständig ausdifferenzierte Zellen, die bestimmte Rollen innerhalb eines Gewebes oder Organs haben. Beispiel hierfür ist die Fähigkeit der Muskelzellen zu kontrahieren und der Magenzellen Säure für die Verdauung zu produzieren.

Stammzellen
Zellen, die sich selbst erneuern und in verschiedene Zelltypen ausdifferenzieren können. Stammzellen sind entscheidend für Entwicklung, Wachstum, Zellerneuerung und Heilung.

Stammzelllinie
Gut charakterisierte Zellen mit spezifischen Phänotypen, die unbegrenzt im Labor kultiviert werden können. Wegen ihrer Homogenität werden diese Zellen oft für Experimente in verschiedenen Laboren genutzt. Stammzelllinien erlauben es den Forschern Experimente mit gleichen Zellen durchzuführen und Versuchsergebnisse genauer miteinander zu vergleichen.

Stammzellnische
Stammzellpopulationen befinden sich im Körper in Zellnischen – jeder Stammzelltyp in seiner eigenen Nische. Die Nische liefert die notwendige Umgebung und viele Signale, die die Stammzellaktivität bestimmen. Das ist auch der Grund warum Veränderungen in der Nische gleichermaßen wichtig sind wie Veränderungen in der Stammzelle selbst.

Syngen
Ein Gewebe (oder Zelle) von Spender und Empfänger sind genetisch gleich. Dies ist nur in Situationen der Fall, wo Spender und Empfänger eineiige Zwillinge sind.

Terminal differenzierte Zellen
Zellen, die ihre Identität oder spezialisierte Funktion nicht mehr verändern können.

Totipotente Zellen
Zellen, die jeden differenzierten Zelltyp (einschließlich extraembryonalem Gewebe) bilden können. Die Zygote ist ein Beispiel für solch eine Zelle.

Transgen
Ein Organismus, der künstlich eingeführtes genetisches Material enthält.

Transkriptionsfaktor
Ein Protein, das am Anfang oder in der Nähe eines Gen an DNA bindet und so die Menge an RNA oder des kodierten Proteins reguliert. Transkriptionsfaktoren können die Genexpression sowohl erhöhen als auch absenken.

Unipotent
Eine Zelle mit der Fähigkeit, sich in nur einen einzelnen spezialisierten Zelltyp zu differenzieren. Vorläuferzellen sind oft unipotent.

Unsterbliche Zelllinien
Eine Zelllinie, auch bekannt als “kontinuierliche Zelllinie”, die die Fähigkeit besitzt sich unbegrenzt zu teilen. Unsterbliche Zelllinien erlauben es den Forschern mit den gleichen Zellen (in vitro) über längere Zeiträume zu arbeiten und die Zellzahl in einer Kultur stark zu erhöhen.